Wie Ed Hardy aber mit Hunde…

Ich kaufe Klamotten ja sehr gerne im Second Hand Laden. Das ist ökologisch und nachhaltig und außerdem auch oft sehr günstig. Man muss nur die richtigen Läden kennen, zum Beispiel die, in der die Verkäuferinnen nicht so genau wissen, welche Marken für was stehen. Also es gibt da einen Laden, der zum Beispiel Ökoklamotten spottbillig verkauft, weil niemand dort genau weiß, wie teuer die im Neupreis sind. Natürlich verrate ich jetzt nicht, welcher Laden in Berlin in der Hinsicht eine Fundgrube ist. Der Laden, in dem ich heute war, zeichnet sich durch ein großes Sortiment an Trachtenmoden aus, wofür es in Berlin anscheinend besonders im Oktober einen großen Bedarf gibt. Außerdem haben sie Vintage-Klamotten aus den 60er und 70er Jahren, die ich zwar nicht anziehen würde, aber einfach gerne ansehe. Dann sind die Kunden auch sehr interessant, aber dazu ein anders Mal mehr. Heute war ich auf der Suche nach dicker Winterkleidung. Da fiel mir eine Wolljacke ins Auge. Sie war wirklich günstig. Neu hätte ich sie mir wahrscheinlich nicht gekauft, aber sie war wirklich sehr günstig. Mir gefiel – ich gebe zu, dass ich für so etwas empfänglich bin – das Etikett mit zwei süßen Hunden drauf. Ich hatte das Label auch schon mal irgendwo gesehen. Die Kassiererin nahm die Jacke, sah mich an und meinte zu meiner Überraschung: „Kennen’se die Marke?“ – „Die ist amerikanisch, oder?“, sagte ich auf gut Glück. Ich meine, zu den Hunden und dem Markennamen gesellte sich auch die Ortsangabe: New York. Selbst wenn die Jacke in China hergestellt wird, ist sie damit irgendwie amerikanisch. „Genau“, sagte die Kassiererin. „Ditt is amerikanisch. So wie Ed Hardy nur mit Hunde ebent.“ – Das brachte mich echt ins Grübeln. Ed Hardy ist Ed Hardy, was hatte das nun mit dieser Jacke, die nicht im Entferntesten nach Ed Hardy aussieht (worauf ich Wert lege…) zu tun? „Na, ich hoffe, die ist nicht aus Hundehaaren oder wieso meinen Sie mit Hunde?“, fragte ich. Das sollte ein kleiner Scherz sein. Mitleidig sah sie mich an: „Natürlisch nisch. Ditt sind die Hund da druff. Wie die Totenköpfe bei Ed Hardy.“ – Na. Dann war ja alles klar. Irgendwie hat mir das die Jacke dann etwas verleidet. Wie Ed Hardy aber mit Hunden – dieses Urteil klebt jetzt an der Jacke wie Kaugummi. Was blöd ist, weil man bei dem Second Hand Laden nichts mehr umtauschen kann. Wie gesagt, bei dem guten Preis für die gute Qualität, ist es auch nicht schlimm, wenn sie im Schrank hängt. Aber ich werde mich an die Hunde schon noch gewöhnen….

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Mandarinendorf is so hot right now

Ganz ehrlich: ich lese ab und an in einer Boulevard-Zeitung, die umsonst beim Fitness ausliegt. Sonst wäre ich ja auch nicht auf den Artikel über die neue Nacktputzagentur gestoßen, die in Mandarinendorf beheimatet ist. Ausgerechnet hier!  Kleiner Hinweis für alle Interessierten: Deren Webadresse ist aus dem Wort „Putz“ und einer umgangssprachlichen Bezeichnung für das männliche Geschlechtsorgan zusammengesetzt. Das Wort fängt mit P an und endet mit l. Ich denke, Sie werden den Service schon finden. Auf der Webseite ist auch ein Glas Prosetscho zu finden, der sozusagen das Grundgetränk aufgeweckter Mandarinendorferinnen ist, was Sie auch meinem Beitrag über die hier gängige Prosetschovernichtung entnehmen können. Ich poste dies nur aus reiner Sensationsgier und sehe darin auch den Trend, den ich bereits mehrfach erwähnt habe, bestätigt, dass sich Mandarinendorf langsam macht und immer innovativer wird. Allerdings finde ich Nacktputzen bei Männern und bei Frauen gleichermaßen ein wenig unhygienisch und bei dieser Wetterlage auch äußerst ungesund…

Lana and me


Kürzlich musste ich meinem Kind erklären, wie es kommt, dass die ganzen Schaufenster voll sind mit Klamotten, die irgendwie billig aussehen, aber dass das ein Billigaussehen ist, das gewollt ist. Es geht um lachsfarbene Mohairpullover und schrill geblümte Leggings in blau und lila. Die Frau, die darin gewollt billig aussieht, hat ziemlich dicke Lippen. Warum ist billig auszusehen für manche Frauen sozusagen elementar und passend und warum sehen diese Klamotten, wenn sie an einer anderen Frau zu sehen sind, billig aus und irgendwie anders billig, also nicht gewollt billig? Dieses Thema ist sehr komplex, weshalb das Kind schon nach ungefähr 20 Sekunden nicht mehr zuhörte. Ich dagegen habe vor kurzem zwei Frauen in den geblümten Leggings gesehen und eine wichtige Feststellung gemacht. Die eine Frau war übrigens klein und dick, die andere hager und dünn. Was soll ich sagen? An beiden sahen die Leggings nicht entfernt so aus wie an Lana del Rey, was sicherlich dem Bildbearbeitungsprogramm zuzuschreiben ist, das für Werbung genutzt wird. Im Alltag kann man sich ja nicht einfach passend morphen. Dies führt mich nun abschließend zu der absolut komplexen Thematik, dass bei der einen Frau die Oberschenkel zu dick wirkten wegen des wilden Musters und bei der anderen war wiederum zu wenig Masse da und der Blümchenstretchstoff hing schlaff herunter. Ich denke jedenfalls, Männern wird es mit den Unterhosen von David Beckham ähnlich ergangen sein, was mich zu der Schlussfolgerung führt: man sollte sich nur Klamotten kaufen, die nicht von Prominenten beworben werden.