Hellersdorf auf dem Bahnsteig

Hellersdorf

Steh aufm U-Bahnhof
lauter Menschen
welche studieren
welche tragen Taschen
welche verlieren Gehörgeräte welche verlieren ihren Verstand welche haben nichts

bunt durcheinander gestreut stehen die da alle
aufm U-Bahnhof
als ob einer über den Bahnsteig eine riesige Pfeffermühle hält und daran dreht

und raus fallen sie
rosa, graue, braune, schwarze, gräuliche Pfefferkörner 

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Explosives Berlin

Im Bus.

Gegenüber eine Frau, rosa Sandalen mit Korkabsatz trägt sie, mindestens 8 cm hoch. Sonnenbrille, die von Ferne nach Prada aussieht, vom Nahen ist es aber nur Fossil. Rotblond gefärbte Locken, zaundürr, vielleicht schon siebzig oder achtzig, aber gut gehalten. Raue Stimme, die man nur nach intensiver Inhalation mindestens einer Schachtel pro Tag bekommt.

Vor mir eine Frau, schätzungsweise selbes Alter wie die Rotblonde, aber eher von der Fraktion „Als Seniorin trage ich nur noch beige.“

Das Handy der rotblondgefärbten Dame klingelte und sie geht natürlich ran.

„Ja, wa, ick sitz hier im Bus. Ja, ja, mit dem ha’ick geredet, der wollte mir Hausverbot geben. Wieso denn Hausverbot, sa’ick, watt solln ditte? Sagt der, na weil’de imma so aggressiv bist, sa’ick watt heißt hia aggressiv, du weeßt ja jar nich watt aggressiv is bei mir, wenn ick aggressiv bin dann explodiert Berlin. Na, da war der ruhig. Ick bin schließlich Kampfsportlerin, ick hab n’schwarzen Jürtel, ha’ick. Fünf Minuten und ein Schlag und der liegt auf dem Boden. Na, kannste dir ja vorstellen, wir ha’m uns jedenfalls jeeinigt.“

Die beide Frau dreht sich zu mir um.

„Dass man das alles mit anhören muss!“