Deo ex Sprühdose

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In der S-Bahn

Kim Kardashian und Kanye West in der Berliner Touri-Version. Pärchen mit viel Haut, kurzen Shorts und T-Shirt, Sonnenbrillen, viel Make up, viel Parfüm, hohe Schuhe, schickes Reisegepäck und ein Schoßhündchen, das auf dem Arm getragen wird.

Zwei Stationen weiter, die S-Bahn-Türen öffnen sich und der erste Stinker dieses Jahres steigt ein. Als ob sich Limburger Käse mit einer seit Jahren nicht geputzten Herrentoilette gepaart hätte. Wolke aus Pech und Schwefel, als er durch die S-Bahn geht.

Ich binde mir den Schal ums Gesicht, einige Mitfahrer hecheln, halten  sich die Nase zu oder fächeln herum.  Das Schoßhündchen zeigt keine Regung. Hunde mögen strenge Gerüche.

Kim und Kanye sind dagegen entsetzt. Sie greift in ihre Tasche und holt ein rosa Deo-Spray heraus, stammelt „Sorry“ und sprayt Deo in den Waggon.  Billig-Deo und Stinkergeruch ist so ziemlich das Schlimmste, was in der S-Bahn (oder U-Bahn) zu ertragen ist. Laufe lieber bis zum Potsdamer Platz.

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Spectactles

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Spectacles

Spectacles and Beards

 

Beards

Beards and Cotton Bags

 

Spectacles

Spectacles and Cotton Bags

 

Spectacles and Beards and Cotton Bags

and Skinny Jeans.

 

((Konstellationsgedicht nach einer Idee von Andreas Lausch)

Disneyland Kreuzberg

Familie aus der Provinz und mit Dialekt. Vermutlich Schwäbisch.

Der Wortführer (Vater): „Wo geht es hier zu diesem Markt?“

Ich: „Ja, welchen Markt meinen Sie denn?“

(Denke: Hallesches Tor? Ein geheimer Markt, den ich nicht kenne? Das hier ist eine Großstadt, da gibt es nicht nur einen Markt.)

„Ja, da wo die Türken sin‘, wo soviel los ist, wo ma imma soviel hört!“

 

 

Ruhestörer

In Neukölln: Die Nachbarin über uns, die mit Plateauschuhen nachts um 4 über die blanken Dielen lief. Betrunkene auf der Straße, die hoch brüllten. Ein Nachbar, der nachts grundsätzlich Matthias Reim „Verdammt ich lieb dich“ aufdrehte und dazu mitsang. Die Feuerwehr, die durch die enge Straße mit eingeschaltetem Martinshorn fuhr.

In Kreuzberg: Die schizophrene Nachbarin, die unter uns wohnte und laute Selbstgespräche führte, dabei kochte und rauchte. Die Hiphop-Musikproduzenten im Erdgeschoss, die an ihren sexistischen Texten feilten. Die Studenten im Hinterhaus, deren Wand an unsere Schlafzimmerwand grenzte, die spontane nächtliche Partys feierten. Der alternde Rockfan unter uns, der seinen fatalen Musikgeschmack  auslebte.

In Mandarinendorf: Die Singdrossel, die das Piepen des Weckers täuschend echt nachahmen kann und mich damit um 4 Uhr nachts weckt.