Spectactles

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Spectacles

Spectacles and Beards

 

Beards

Beards and Cotton Bags

 

Spectacles

Spectacles and Cotton Bags

 

Spectacles and Beards and Cotton Bags

and Skinny Jeans.

 

((Konstellationsgedicht nach einer Idee von Andreas Lausch)

Berliner Hundeleben

Berliner Hundebesitzer und ihre Hunde
(O-Töne in lyrische Form gebracht)

Was du immer machst!
Nie hörste auf mich!
Zieh nich‘ an der Leine
Tu was ich dir sag!

Na, frisste immer allet, wa,
bist ja’n fettet Schwein,
jenau wie dein Vater,
der wa och schon n’fettet Schwein.

 

Auf dem Bücherstrich

Neulich hatte ich einen Albtraum. Ich sah mich, wie ich auf dem Bücherstrich für alternde intellektuelle Frauen einem alten Literaturkritiker hinterher lief, und flüsterte: “Pst, pst, hier ist mein Buch, es ist voll tiefgründig, aber auch humorvoll, es kommt sogar Sex drin vor und hey, zum Selbstkostenpreis, wie wär’s. Krieg ich ‘ne schöne Kritik?” Dann wachte ich auf und fand heraus, es gibt ja gar keinen Bücherstrich. Oder doch?

Ruhestörer

In Neukölln: Die Nachbarin über uns, die mit Plateauschuhen nachts um 4 über die blanken Dielen lief. Betrunkene auf der Straße, die hoch brüllten. Ein Nachbar, der nachts grundsätzlich Matthias Reim „Verdammt ich lieb dich“ aufdrehte und dazu mitsang. Die Feuerwehr, die durch die enge Straße mit eingeschaltetem Martinshorn fuhr.

In Kreuzberg: Die schizophrene Nachbarin, die unter uns wohnte und laute Selbstgespräche führte, dabei kochte und rauchte. Die Hiphop-Musikproduzenten im Erdgeschoss, die an ihren sexistischen Texten feilten. Die Studenten im Hinterhaus, deren Wand an unsere Schlafzimmerwand grenzte, die spontane nächtliche Partys feierten. Der alternde Rockfan unter uns, der seinen fatalen Musikgeschmack  auslebte.

In Mandarinendorf: Die Singdrossel, die das Piepen des Weckers täuschend echt nachahmen kann und mich damit um 4 Uhr nachts weckt.

Das Hundescheiße-Spiel

In Neukölln ist man es gewohnt, ständig Hundescheiße auf dem Bürgersteig vorzufinden und reinzutreten. In Mandarinendorf gibt es kaum Hundescheiße, die meisten Besitzer entfernen die Geschäfte ihrer Hunde (Stichwort: soziale Kontrolle).

Kurz nach unserem Umzug erfand das Kind mit ihrer Freundin deshalb ein neues Spiel. Es heißt „Hundekacke am Schuh“ und geht so: man tut als ob man in Hundekacke getreten wäre. Erst schreit man ganz laut los „Ich bin in Hundekacke getreten!“ und im zweiten Schritt wischt man die virtuelle Hundekacke ab, indem man die Schuhe auf dem Boden schleift. Schließlich hüpft man hin und her, wirft die Beine hoch in die Luft und schreit „Ih, Hundekacke!“ und scharrt dann wieder mit den Schuhen auf dem Asphalt.

Kesser Feger!

Beim Discounter gab es Perücken.
Ich kaufte zwei Modelle: „Pocahontas“ (schwarze Haare mit Zöpfen) und „Kesser Feger“ (undefinierbarer dunkelblonder Haarschnitt).
Zuhause setzten meine kleine Tochter und ich die Perücken auf. Mit dem Modell „Kesser Feger“ sah ich auf einmal schrill und abgetakelt aus. Blond macht mich nämlich blass und lässt mich billig wirken. Meine Tochter setzte sich die „Pocahontas“-Perücke auf, sah süß aus und nannte sich Sophia Kara Melissa.
„Ich wohne in Mandarinendorf!“, sagte sie und fügte hinzu: „Und du wohnst in Neukölln!“