Ode an Neukölln

Hier mal eine kleine Nebenerscheinung des Studiums an der Alice-Salomon-Hochschule, Modul Lyrik, Aufgabe: Eine Ode schreiben. Da konnte ich doch meiner Hassliebe auf Neukölln freien Lauf lassen, das Resultat ist ja wohl eher eine Hymne geworden. Wohin enttäuschte Liebe führt…

 

Ode an Neukölln

Dein graues Häusermeer aus alten Lumpen, oh Neukölln!

Reißen sie dir dein altes Gewand vom Leib,

kommen darunter Samt und Seide zum Vorschein.

Du Königin aller Berliner Bezirke!

Deine Augen, umkränzt von Schleiern,

leuchten in der Nacht.

Dein Himmel trägt Wolken aus Vanilleschaum

und deine Luft brennt auf der Haut wie Chili.

Viele wollen dich freien, werben um deine Gunst,

doch du Schöne, du Spröde, suchst dir aus,

welcher Rollkoffer in dein Herz darf!

Und nur wer in dein Herz schaut weiß,

dass auf deinem Dach am Hermannplatz

die Götter wohnen.

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